Schullandheim Holzhausen

Auszug aus dem Jahresbericht 1931 / 32

Seit einigen Jahren wurde vom Elternbeirat Geld für ein Ferienheim gesammelt. 1931 war eine Summe von rund 9.000 DM beisammen, so dass man an die Erwerbung eines Hauses denken konnte. Es wurden Anwesen in Sachsenkam, in Egling u.a.O. angesehen, schließlich fiel aber die Wahl auf das Schlößlanwesen in Holzhausen Gemeinde Großdingharting.

Die Verbriefung fand am 28. Sept. 1931 in Wolfratshausen statt. Das Haus war früher ein kleines Jagdschloss und war als solches zuletzt im Besitz einer Freifrau von Temple. 1878 ging es in bürgerliche Hände über und wurde zu einem ländlichen Gasthause umgestaltet. Erworben wurde das Haus um rund 8.000 DM von dem zu diesem Zwecke gegründeten Landheimverein der Rupprecht-Oberrealschule.

Zum Hause gehören 2,5 Tagwerk Grund. Neben dem Hause ist eine sog. Römerschanze, deren Innenraum sich vorzüglich als Spielplatz eignet. Holzhausen liegt zwischen den Endmoränen des ehemaligen Isargletschers in einer anmutigen Landschaft. In nächster Nähe des Hauses beginnen ausgedehnte Waldungen, auch das landschaftlich berühmte Gleißental ist in wenigen Minuten zu erreichen. In 20 Minuten gelangt man zu einem höchst reizvoll gelegenen kleinen See, der als Bad dient.

An der Ausgestaltung und Einrichtung des Hauses wird unter Leitung von Professor Georg Buchner eifrig gearbeitet. Am 15. Juli 1932 wird es eröffnet werden. Zum Ankauf und zur Ausstattung hat auch das Ministerium für Unterricht und Kultus einen namhaften Zuschuss gegeben, wofür ihm auch an dieser Stelle gedankt sei. Soll das Haus zweckmäßig ausgestattet werden, sind aber immer noch weitere Mittel nötig. Wir bitten deshalb Eltern und Schüler in der Beitragsleistung nicht zu erlahmen, bis das Werk so weit vollendet ist, dass es seine Aufgabe als Ferienheim in jeder Hinsicht erfüllen kann.