Auszug aus dem Jahresbericht 1961 / 62

Wir danken den Schülereltern... Wir danken Ihnen auch für das geistige Mittun und die materielle Unterstützung unseres Schullandheimes, um das sich nach wie vor Dr. Rauch unermüdlich sorgt. Das Schullandheim war auch in diesem Schuljahr fast stets belegt. Infolge der erhöhten Lebensmittelkosten und des höheren Gehalts für die Wirtschafterin musste die Mitgliederversammlung des Landheimvereins als Träger des Landheims den Verpflegesatz zu Beginndes Kalenderjahres 1962 auf 4.50 DM festsetzen. Die Schulleitung und der Landheimvereinsvorstand haben den Umbau des Speichers in seiner südlichen Hälfte zu einem Schlafsaal durchgeführt. Nunmehr ist es möglich, die bisherige Bestückung der Schlafsäle mit Doppelbetten aufzugeben. Der so erziehlte Raumgewinn gibt der Schulleitung die Möglichkeit, zwei Klassen gleichzeitig ins Landheim zu schicken. Außerdem wirkt diese Raumauflockerung hygienischer, da der Luftraum pro Schüler in den Schlafsälen so verdoppelt wird.

Die zu diesem Ausbau benötigten Mittel entstammen der Elternspende und dem Vereinsvermögen, nicht zuletzt aber dem beträchtlichen Zuschuss des Bayrischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, dem wir dafür zu besonderem Danke verpflichtet sind.

Die stärkste Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule geschiet im Elternbeirat. Aus dem herzlichen verdienten Dank an alle Mitglieder möchte ich 3 Namen stelvertretend hervorheben, rühmend wegen ihrer Opferbereitsschaft, beglückwünschend, weil ihre Söhne die Reifeprüfung geschafft haben,trauernd, weil schwer zu schließende Lücken aufgerissen werden.

Verwaltungsrat Josef Hölzl gehörte dem Elternbeirat seit 1952 an, die ganze Zeit hindurch als Vorsitzender. Als Mitglied des Landeselternbeirats nahm er lebhaft und aktiv an den großen schulpolitischen und pädagogischen Fragen Anteil: das neue Aufnahmeverfahren und die Neugestaltung der Oberstufe seien exemplarisch genannt. Seinem diplomatischen Takt und seiner Energie dankt die Schule zum großen Teil die Wiedererrichtung der Turnhallen und die Aufsetzung des 4.Stockwerks. Die Errichtung des Sondertraktes, die Gewinnung eines Sportplatzes hat er maßgeblich nach vorn getrieben, so dass der Verwirklichung der Pläne keine Schwierigkeiten mehr entgegenstehen dürften. Um die Möglichkeiten zur Wiederinstandsetzung des Landheims hat er sich gleichfalls sehr verdient gemacht.

Über den sichtbaren Gewinn seien aber nicht die stillen Erfolge vergessen: Wenn einleitend davon gesprochen wurde, dass an unserer Schule die notwendige vertrauensvolle Atmosphäre der Zusammenarbeit vorhanden ist, so hat Herr Hölzl viel dazu beigetragen. Er hat die Grenzen berechtigter Kritik, die Notwendigkeit schulischer Autorität ebenso erkannt, wie ihn das fehlende Interesse mancher Eltern an erzieherischen Fragen bitter berührte. Er und seine Mitarbeiter wussten, dass Elternbeirat und Schulleitung zusammenstehen müssen, sie wussten es nicht nur, sie handelten auch danach.

Ein Jahr später als Herr Hölzl trat Herr Wagner in den Elternbeirat ein. Seine bedeutsame Stellung im Elternbeirat verschaffte er sich durch seine verantwortungsbewusste einstellung zur Erziehung, sein unbestechliches Urteil, seinen sparsamen Sinn, lauter eigenschaften, die er in weiser Lebenserfahrung gegen eine schrankenlose Verwöhnung, gegen ein allzu großzügiges Gehenlassen eindeutig einsetzte. Aber gerade er wusste auch zu raten und zu helfen, wo es der Jugend einen Dienst zu erweisen gab, und sein gesunder Humor fühlte stets mit der Jugend, deren Anliegen er so oft vertrat. Der Direktor weiß sich ihm, der auch eine schöne Verbindung zur Studiengenossenschaft darstellte, zu tiefem Danke verpflichtet.

Die jüngste der drei scheidenden Elternbeiratsmitglieder ist Frau Gertrude Lix; sie steht mit ihrem fraulichen Rat, mit ihrer jugendnahen Lebensfreude seit 1954 der Schule zur Seite. Sie hat immer genau das gewusst und geraten, woran es in einer Schule nicht fehlen darf: wie man Freude hineinträgt. In ihrem großen Vertrauen zur Jugend war sie dem Direktor ein Vorbild: sich nicht von einer Verdriesslichkeit den optimistischen Glauben an die Jugend rauben zu lassen. Wo immer sie sprach, sprach das Herz. Und meist war es stärker als der kühle Verstand männlicher Berater, selbst wenn es um Bau- und Finanzierungsangelegenheiten ging.

Ein Elternbeirat mit solchen Mitgliedern weiß für das richtige Niveau zu sorgen, weiß, dass zur Schule Unterricht und Lernen, zur Jugend aber auch Freude, Sport, Theater, Tanz gehört. Gerade im letzten Jahr spielten wir viel Theater: der Kreisjugendring, besonders Frau Riedl und die Kasse des Residenztheaters, nicht zuletzt aber Herr Fuchs, der die Organisation leitete, seien herzlichst gedankt, und natürlich auch Sie, verehrte Eltern, für die offene Hand.